Die Schneiderei Arthur Weise

Schneider bzw. Schneiderin ist ein handwerklicher Lehrberuf der Textilverarbeitung. Die Aufgabe des Schneiders ist es, Textilien zu Bekleidung zu verarbeiten. Die Handwerkzeuge des Schneiders sind seit alters her Nadel, Faden, Schere und Bügeleisen, seit dem 19. Jahrhundert zunehmend auch die Nähmaschine. Durch die Industrialisierung und Konfektionierung ist die handwerkliche Schneiderei stark zurückgegangen.

In Wünschendorf gab es, neben den vielen alten Berufen, welche zum Teil schon bei Unternehmen aufgezählt wurden, natürlich auch Schneider. Einer davon war Arthur Weise  (in Wünschendorf nur der "Weisschneider") genannt.

Die kleine Schneiderei befand sich unten in einem Wohnhaus, ehemalige Hausnummer 5c, unmittelbar am Ortseingang, von Lengefeld kommend, schräg gegenüber des damaligen "Großen Konsums".

Arthur Weise verstarb 1977 in Wünschendorf.

Bild: Teichler Wünschendorf Weise 1966
Ella und Arthur Weise
Bild: Teichler Wünschendorf Weise Wohnhaus
Das Wohnhaus
Bild: Teichler Wünschendorf Weisschneider
Ella und Arthur Weise 1966

Die Winterbilder zeigen Ella und Arthur Weise vor ihrem Wohnhaus, im Winter 1966. In der Mitte ist das kleine Haus, wie es einmal, zu sehen.

Von Hardi Hofmann habe ich dazu folgende Zeilen erhalten.

Hier noch ein paar Informationen zum Weise-Schneider, genannt Weisschneider. Seine Frau Ella, war eine Geborene Marder aus Lengefeld. Diese beiden hatten zwei Kinder, Heinz und Margarete (Gretel). Die 2 Kinder von Gretel, Günter Zöppel und Annelore Hofmann, sind beide gebürtige Wünschendorfer.

Die Weises wohnten unten links im Haus in einer Wohnküche und nach hinten ging es in die Schneiderstube. In dieser stand unter anderem eine große Kommode, genannt die "Schneiderbud". Im unteren Teil dieser Schneiderbud lagen Stoffballen und die Tischplatte war obendrauf Blank gewetzt, weil Arthur auf dieser Platte im Schneidersitz gesessen hat und genäht hat mit einer Nähnadel. Später hatte er aber auch eine Nähmaschine.

Arthur war ein Naturmensch, ging viel spazieren und sammelte alles, was die Natur so bietet, wie Pilze, Nüsse und alle Früchte des Waldes. Am Wochenende führten ihn seine Wanderungen auch in die anliegenden Ortsteile, auf den Hahn, die Hammermühle und die Wartburg. Wenn er dann mal ein oder zwei Bierchen getrunken hatte, hatte er einen markanten Spruch: "Scheen iss, wenns scheen iss".

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