Kohlenhandel Erich Gebert Wünschendorf

Was alles in den fünfziger und sechziger Jahren in und nach Wünschendorf transportiert werden musste, lief fast ausschließlich über Erich Gebert mit seiner alten Lanz.

Ob es nun die Kohlen waren, oder mal eine Fuhre Bausand aus der BHG, oder eine Ladung Holz, dafür war er zuständig und das bei jedem Wetter.

Er hatte bestimmt auch oft unter Diesel- und Ersatzteilmangel für sein Fahrzeug zu leiden, aber er hat immer weiter gemacht, er wurde ja gebraucht.

Ab und an bekam er auf dem Bahnhof Reifland-Wünschendorf einen Eisenbahnwaggon mit Kohlen und die mussten dann immer sehr schnell entladen werden, um Standgelder zu vermeiden. Oft passierte das freitagabends nach18 Uhr und dann sollte es schnell gehen.

Mit einem Förderband und einigen Helfern aus dem Dorf wurde dann entladen, ohne Bagger und das auch bei jedem Wetter. Erst mal auf den Bahnhofsplatz, als riesiger Haufen und dann hat er alles so nach und nach auf seinen Lagerplatz gefahren.

Bild: Wünschendorf Erzgebirge Gebert Erich
Wünschendorf Erich Gebert auf seiner Lanz

Auf dem Turngarten, seinem Kohlenlagerplatz, stand für den "Kleinverkauf" ein alte eiserne Sack Kippwaage. Hier konnte man im Notfall, wenn der Winter etwas strenger wurde oder man sich verplant hatte, schnell mal ein zwei Säcke abholen und mit dem Schlitten nach Hause fahren.

Die Waage bestand aus einem eisernen Gestell mit einer Kippmulde und einer Wiegevorrichtung. Ganz einfach einen Zentner Kohlen einschaufeln, abwiegen und dann in den untergehaltenen Kohlensack schütten. Wer den Sack halten musste, verschwand dann mal kurz in einer Kohlestaubwolke.

Bild: Sackwaage Wünschendorf Gebert Erich
Sackwaage Gebert Wünschendorf

So ungefähr sah das Ding aus.

Das ist aber nicht die Originalwaage von Erich Gebert.

Gibt es aber auch heute noch.


Der  Aufkauf von Tierhäuten und Fellen wurde in Wünschendorf auch von der Familie Gebert organisiert. Für ein gutes Karnickelfell bekam man damals bis zu 2 Mark und einen, das war auch ganz wichtig, entsprechenden Futterschein. Den konnte man dann bei der BHG (Bäuerliche Handels Genossenschaft) in Kleie zum Zufüttern eintauschen.

Die abgegebenen Felle wurden gesäubert und zum Trocknen auf einen Holzrahmen gespannt. In der alten Gemeindescheune, die in den siebziger Jahren zum Rathaus umgebaut wurde, standen manchmal über hundert solcher Rahmen und warteten auf den Abtransport.

Für den  Schnittholztransport  vom Bahnhof zu den verschiedenen Mühlen, wie die Seifertmühle oder die Schrötermühle, war er natürlich auch zuständig.

Bild: Wünschendorf Erzgebirge Gebert Erich Holztransport
Wünschendorf Erzgbeirge Gebert mit Lanz

Auf dem Gelände der Schrötermühle Erich Gebert beim Holztransport.

Bild: Wünschendorf Erzgebirge Gebert Holztransport Schrötermühle
Wünschendorf Gebert Holztransport Schrötermühle um 1965

Erich Gebert auf dem Kohlenlagerplatz (ehemaliger Turngarten). Ein Bild von ihm, wo er an der alten Sackwaage arbeitet, habe ich leider nicht.

Bild: Wünschendorf Erzgebirge Erich Gebert
Wünschendorf Gebert Erich mit Zugmaschine

Auch für ungewöhnliche Aufträge war Erich Gebert immer zu haben. Hier wird eine Garage, die wegen Baufreiheit für den zukünftigen Buswendeplatz weichen musste, umgesetzt. Würde heute sicher so nicht mehr gehen. Das war 1968 oder 1969. Hier kann auch der Horst Gebert gefahren sein.

 

Bild: Wünschendorf Erzgebirge Gebert Sondertransport
Wünschendorf Erzgebirge Gebert Garagentransport

Bild: Wünschendorf Erzgebirge Gebert Fasching
Wünschendorf Gebert Erich mit Frau beim Sportlerball

Es wurde aber nicht immer nur gearbeitet, es wurde auch gefeiert.

Erich Gebert mit seiner Frau Frieda beim Sportlerball im Gasthof Wünschendorf. Rechts ist hier auch Kurt Wittig mit zusehen.

Links das ist der Kurt Schreiter.

Text: Reiner Teichler

Besucherzaehler