Der Halbmeilenstein am Ortsausgang von Wünschendorf, Erzgebirge
Nach der 1840 im Königreich Sachsen erfolgten Umstellung auf eine neue Länge der Meile, nämlich von 7,5 km, begann erst 1858 auf Anordnung des sächsischen Finanzministeriums die Neuvermessung der Straßen und das Aufstellen neuer Entfernungssteine, die königlich-sächsische Meilensteine genannt werden.
Stationssteine markieren den Ausgangspunkt einer Vermessung. Meilensteine, Halbmeilensteine wurden im Verlauf der Straße im dadurch gekennzeichneten Abstand aufgestellt.
Auch in Wünschendorf wurde zu dieser Zeit ein solcher Stein, ein Halbmeilenstein, errichtet. Dieser fristet sein unscheinbares Dasein am Ortsausgang in Richtung Börnichen, etwa auf der Höhe zur Einfahrt (Hecker). Koordinaten zu diesem Stein (N50°44.420 E013°10.255).
Der Stein ist heute sehr stark verwittert und ungepflegt. Es sollte aber versucht werden, ihn zu erhalten und
vielleicht fachmännisch zu restaurieren. In Sachsen stehen diese unscheinbaren Zeitzeugen unter Denkmalschutz und sind in jedem Fall zu erhalten.
Der Wünschendorfer Stein ist die Fortsetzung des Wegesteins in Lengefeld am Markt in Richtung Chemnitz.
Eigentümer der Meilensteine sind in Sachsen in der Regel die jeweiligen Straßenbaulastträger der Straßen und Wege, an denen diese Steine stehen.
Fotos: Reiner Teichler 2018