LPG Wünschendorf

Als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, LPG, wurde der zu Anfang 1952 noch teilweise freiwillige und später durch die Zwangskollektivierung unfreiwillige Zusammenschluss von Bauern und Bäuerinnen und deren Produktionsmitteln sowie anderer Beschäftigten zur gemeinschaftlichen agrarischen Produktion in der DDR bezeichnet.

Die SED beschloss auf der 2. Parteikonferenz der SED, in Ost-Berlin vom 9. bis 12. Juli 1952, die Maßnahmen zur Bildung von Genossenschaften. Damit wurden landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften zugelassen.

Die LPG wurden in einer Gründungsversammlung errichtet, mussten sich ein Statut nach gesetzlich vorgeschriebenem Musterstatut geben und wurden durch staatliche Organe bestätigt. Mitglied einer LPG konnten nicht nur die Bauern mit eigener Wirtschaft werden, sondern auch Landarbeiter und andere Bürger.

Es wurden zunächst drei verschiedene Typen von LPG gebildet (Typ I, Typ II und Typ III). Je nach Typ wurden von den Bauern dabei ihr Boden (I), dazu ihre Maschinen (II) und dazu der gesamte landwirtschaftliche Betrieb mit Vieh, Maschinen und Gebäuden (III) in die Genossenschaft eingebracht. Die Bauern mussten darüber hinaus Bargeld einbringen (Inventarbeitrag). LPG des Typs III waren zunächst selten, weil es an ausreichend großen Stallungen mangelte. Viele LPG wandelten sich erst später, oftmals unter Druck von Partei und Staat vom Typ I oder II in den dann dominierenden Typ III um.

Auf die Bauern wurde insbesondere Ende der 1950er Jahre zunehmend erheblicher Druck ausgeübt, sich einer meist noch unwirtschaftlichen LPG anzuschließen. Die Einzelbauernwirtschaften wurden bei der Maschinenausleihe durch die Maschinen-Ausleihstationen (MAS), später Maschinen-Traktoren-Stationen (MTS) systematisch benachteiligt, sodass das Abgabensoll, die Verpflichtung zur Lieferung einer bestimmten Menge landwirtschaftlicher Produkte, immer schwerer zu erfüllen war. Zahlreiche Bauern sind nach der 2. Parteikonferenz der SED 1952 bis zum Mauerbau 1961 aus der DDR geflohen, um nicht Mitglied einer LPG werden zu müssen. Ihre Betriebe wurden zunächst von den staatlichen örtlichen Landwirtschaftsbetrieben (ÖLB) verwaltet und später nach Enteignung des Grund und Bodens in die LPG integriert.

Auch in Wünschendorf wurden eine LPG Typ III gebildet. Die sogenannten Neubauern, aber auch einige altansässige Bauern machten mit.

Der "Harte Kern" der Wünschendorfer Bauern verblieb in privater Hand und vereinte sich später zu einer LPG Typ I  .

 

Ein typisches Foto von der Landwirtschaft in Wünschendorf in der Nachkriegszeit. Pferdegespanne mit Leiterwagen und viele Frauen bewältigten die schwere Arbeit. Modernere Technik kam dann so langsam in den sechziger Jahren, nach Gründung der sogenannten MTS (Motoren und Traktoren Stadion), dazu.

Bild: Teichler Wünschendorf Erzgebirge LPG
Foto: Archiv Teichler

Auf dem Foto links benannte Personen wie Wagner Franz, Morgenstern Marianne (Guller), Dienewald Lene, Baumann Frieda und Baumann Irene.


Der Eingang zum ehemaligen Rittergut, später die LPG, im Jahre 2015.

Bild: Teichler Wünschendorf Hofplatz LPG
Foto: Reiner Teichler 2015
Bild: Teichler Wünschendorf Rittergut LPG
Foto: Reiner Teichler 2015

Weitere  Bilder  von der Arbeit in  der LPG Typ III und von den  aus dem Abrissmateriel der Rittergutes endstandenen Neubauernhäusern entlang der heutigen Feldstraße.

Auch einige Einzelbauern brachten ihr "Hab und Gut" in die LPG Typ III ein. Neben den sogenannten Neubauern, die erst durch die Bodenreform etwas Land erhielten und eigenständig bewirtschaften konnten, waren auch die Höfe von Max Weigand und einigen anderen der LGP beigetreten.

...geht noch weiter

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