Das "Rote Haus" Wünschendorf Erzgebirge

Das sogenannte "Rote Haus" , zwischen der Klatzschmühle und der Schrötermühle gelegen, soll auch hier bei den Mühlen mit erwähnt werden. Warum das "Rote Haus auch heute noch so genannt wird, weiß man nicht genau. Rot angestrichen war es jedenfalls nie. Eine mögliche Ableitung für die Bezeichnung könnte auch über den Familiennamen "Rothe" gehen. Hätte auch nichts mit der Farbe zu tuen.

In den Ausführungen von Kurt Göckeritz finden wir Folgendes dazu:

Von der Klatzschmühle der Schrötermühle zueilend, fließt der Lautenbach an einem alleinstehenden Haus vorbei. Der Wanderer wird dort, vom Wege abgehend, allerlei altes Gemäuer finden.

Auch dieses Anwesen gehört mit in die Reihe der Mühlen, wenn auch heute hier alles still und ruhig ist.

Wenig erfahren wir aus den Urkunden. Zum ersten male hören wir im Catasterbuch vom Jahre 1830:

 

             " Hr. Johann George Kirchhahn,

                der auf dem vormals Adam Rechenbergischen 1/2 Hufenguthe

                 befindliche Kalkbrennofen nebst Zubehör "

 

Der alte Kalkofen ist heute noch erhalten. Hier wurde der für das Gut notwendige Kalk gebrannt. Deshalb war ein Wohngebäude nicht notwendig. Im Cataster von 1864 finden wir dann:

 

                " Wilhelm Friedrich Pfefferkorn, Rittergutsbesitzer

                    a)  das Wohngebäude

                    b)  das Kunstradgebäude

                    c)  das Kalkschuppengebäude

                    d)  das erste Kalkofengebäude

                    e)  das zweite Kalkofengebäude

                    A) das im Gebäude zu b befindliche gangbare Zeug ( enthält nur

                          ein hölzernes Wasserrad mit Welle). "

 

Hier ist also inzwischen ein Wohnhaus erbaut worden.

            

Bild: Teichler Rotes Haus Wünschendorf Erzgebirge2016
Rotes Haus Ansicht 2016
Bild: Teichler Rotes Huas Wünschendorf Erzgebirge
Rotes Haus
Bild: Teichler Rotes Haus Wünschendorf Erzgebirge
Rotes Haus Wünschendorf

Besuchen wir das "Rote Haus" heute, so finden wir über der Tür ein steinernes Wappen. Es zeigt einen Kirchturm mit einem Hahn.

Es ist kaum anzunehmen, daß der spätere Besitzer des Rittergutes, Pefferkorn, dieses Wappen von sich hat anbringen lassen. Es ist eher anzunehmen, daß entweder der Vorbesitzer Kirchhahn das Wohnhaus baute und das Wappen anbringen ließ, oder es war am Kalkofengebäude angebracht. Beim Bau des neuen Gebäudes wurde das Wappen dann, wie früher üblich war, mit vermauert.

Bild: Teichler Rotes Haus Wappen Wünschendorf
Wappen am Roten Haus
Bild: Teichler Rotes Haus Wappen Wünschendorf
Wappen

Später kaufte ein Ullrich, Förster auf dem Rittergut, das Anwesen und richtete eine Schneidemühle ein. Sie hatte ein horizontales Gatter und wurde mit dem Wasser aus dem Kalkschacht unterschlägig betrieben.

1893 brannte das Mühlengebäude ab. 1884 baute ein " Sperber " wieder auf. Heute noch wird das "Rote Haus" oft auch Sperbers Haus genannt. Es war einstöckig und brannte 1897 wieder ab.

Vorher war daneben eine Leimfabrik eingerichtet worden. Der Kalkofenbetrieb war wie auch der Betrieb des Sägewerkes inzwischen eingegangen.

Das abgebrannte Wohnhaus wurde mit Obergeschoß wieder aufgebaut. Mit dem Bau der Talsperre ist auch dieses Gebäude von der Stadt Chemnitz aufgekauft worden.

Bild: Teichler Rotes Huas Wünschendorf
Zeltlager der Schule am Roten Haus
Bild: Teichler Rotes Haus Wünschendorf Erzgbirge 1960
Das Rote Haus 1960

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