Wünschendorf Erzgebirge "Rotes Haus" Mühle

Das Rote Haus in Wünschendorf

Das sogenannte "Rote Haus", zwischen der Klatzschmühle und der Schrötermühle gelegen, soll auch hier bei den Mühlen mit erwähnt werden. Warum das "Rote Haus" auch heute noch so genannt wird, weiß man nicht genau. Rot angestrichen war es jedenfalls nie. Eine mögliche Ableitung für die Bezeichnung könnte auch über den Familiennamen "Rothe" gehen.

Hätte aber auch nichts mit der Farbe zu tun.

Bild: Rotes Haus Wünschendorf Erzgebirge 2016
Wünschendorf Erzgebirge Rotes Haus 2016
Bild: Rotes Haus Wünschendorf Erzgebirge
Wünschendorf Rotes Haus
Bild: Rotes Haus Wünschendorf Erzgebirge
Rotes Haus Wünschendorf

Besuchen wir das "Rote Haus" heute, so finden wir über der Tür ein steinernes Wappen. Es zeigt einen Kirchturm mit einem Hahn.

Es ist kaum anzunehmen, dass der spätere Besitzer des Rittergutes, Pfefferkorn, dieses Wappen von sich aus hat anbringen lassen. Eher ist zu vermuten, dass entweder der Vorbesitzer Kirchhahn das Wohnhaus baute und das Wappen anbringen ließ, oder es war am Kalkofengebäude angebracht. Beim Bau des neuen Gebäudes wurde das Wappen dann, wie es früher oft üblich war, mit vermauert.

Bild: Rotes Haus Wappen Wünschendorf Erzgebirge
Wünschendorf Erzgebirge Wappen am Roten Haus
Bild: Rotes Haus Wappen Wünschendorf Erzgebirge
Wünschendorf Rotes Haus Wappen

In den Ausführungen von Kurt Göckeritz finden wir Folgendes dazu:

Von der Klatzschmühle der Schrötermühle zu eilend, fließt der Lautenbach an einem alleinstehenden Haus vorbei. Der Wanderer wird dort, vom Wege abgehend, allerlei altes Gemäuer finden. Auch dieses Anwesen gehört mit in die Reihe der Mühlen, wenn auch heute hier alles still und ruhig ist. Hier ist also inzwischen ein Wohnhaus erbaut worden.

Wenig erfahren wir aus den Urkunden. Zum ersten Male hören wir im Catasterbuch vom Jahre 1830:

 

                 "Hr. Johann George Kirchhahn, der auf dem vormals Adam Rechenbergischen 1/2

                    Hufenguthe befindliche Kalkbrennofen, nebst Zubehör. "

 

Der alte Kalkofen ist heute noch erhalten. Hier wurde der für das Gut notwendige Kalk gebrannt. Deshalb war ein Wohngebäude nicht notwendig. Im Cataster von 1864 finden wir dann:

 

                    "Wilhelm Friedrich Pfefferkorn, Rittergutsbesitzer

                    a)  das Wohngebäude

                    b)  das Kunstradgebäude

                    c)  das Kalkschuppengebäude

                    d)  das erste Kalkofengebäude

                    e)  das zweite Kalkofengebäude

                    A)  das im Gebäude zu b befindliche gangbare Zeug (enthält nur ein hölzernes 

                         Wasserrad mit Welle).

            

Später kaufte ein Ullrich, Förster auf dem Rittergut, das Anwesen und richtete eine Schneidemühle ein. Sie hatte ein horizontales Gatter und wurde mit dem Wasser aus dem Kalkschacht unterschlägig betrieben.

1893 brannte das Mühlengebäude ab. 1894 baute ein "Sperber" es wieder auf. Heute noch wird das "Rote Haus" oft auch "Sperbers Haus" genannt. Es war einstöckig und brannte 1897 schon wieder ab.

Vorher war daneben eine Leimfabrik eingerichtet worden. Auf der Postkarte unten war 1910 das Gebäude der Leimfabrik als Ruine noch gut zu erkennen.

Der Kalkofenbetrieb war, wie auch der Betrieb des Sägewerkes, inzwischen eingegangen.

Das abgebrannte Wohnhaus wurde mit Obergeschoss wieder aufgebaut.

Bild: Wünschendorf Rotes Haus Leimfabrik 1910
Wünschendorf Rotes Haus Leimfabrik 1910
Bild: Rotes Haus Wünschendorf Erzgebirge
Zeltlager der Schule am Roten Haus
Bild: Rotes Haus Wünschendorf Erzgbirge 1960
Wünschendorf "Rotes Haus" um 1960

Mit dem Bau der Talsperre ist auch dieses Gebäude von der Stadt Chemnitz aufgekauft worden.

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