Presseberichte

Bild: Teichler Wünschendorf Schützenverein
Bild: Teichler Wünschendorf Schützenverein
Bild: Teichler Wünschendorf Dorffest 2016

Narren begeben sich auf eine turbulente Safari

 

Die 48. Saison des Wünschendorfer Carnevalsvereins hat mit fünf Veranstaltungen insgesamt mehr als 1200 Besucher angelockt. Auf sie wartete eine exotische Ausfahrt.

 

Von Jan Görner
erschienen am 15.02.2016

Wünschendorf. Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Nicht in Wünschendorf. Denn am Freitag und am Samstag legten sich die Narren in der Jahnhalle noch einmal kräftig ins Zeug. Schließlich ticken in Wünschendorf die Uhren etwas anders, wie der Präsident des WCV Jürgen Voigt versicherte. "Dass die Termine bei uns so liegen, war schon zu DDR-Zeiten der Fall. Damals hat es niemanden gestört und heute auch nicht", sagte er.

 

Das Programm glich wie immer eher einer Revue. Keine Witze über Politik oder unterhalb der Gürtellinie. Stattdessen tobten vor allem die drei Tanzgruppen des Vereins durch die Jahnhalle. Die Minis, der Nachwuchs und die Funkengarde boten jeweils mehrere Tänze mit verschiedenen, recht aufwändig gestalteten Kostümen. Tiger, Löwen, Affen und Kannibalen hatten die Tanzflächen erobert. Sogar Filmheld Indiana Jones schwebte zur Originalmusik auf die Bühne herab. Bei der Darbietung zu "König der Löwen" jubelte am Freitag der Saal und Rufe nach einer Zugabe wurden laut. Im Dschungelcamp mussten sich der Weihnachtsmann, Jorge Gonzales, Daniela Katzenberger und Michael Wendler ihren Prüfungen stellen. Der Wendler, gespielt von Andrea Neumann, kniff jedoch und sang stattdessen unterstützt vom Männerballett "Sie liebt den DJ". Karl-Heinz Guller, der am Mischpult für den WCV die passenden Titel einspielte, konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Er begleitet den Verein bereits seit 38 Jahren als DJ.

 

Auf der Bühne bildete der Büssing-Bus für die Safariteilnehmer das Zentrum. Den hatte die Technik-Gruppe um Uwe Gottwald in wochenlanger Arbeit gebaut. Spezielle Effekte gehören schon lange zu den Besonderheiten des Wünschendorfer Faschings. Dabei legen die Narren des WCV besonders Wert auf Kleinigkeiten. Selbstverständlich funktionierten die Blinker und auch das Motorengeräusch war zu hören. Außerdem eierten die Räder, als sich das Gefährt qualmend in Bewegung setzte. Auf dem Bus thronte das Prinzenpaar. Diese Ehre wurde in diesem Jahr Lars Menzel und Ute Müller zu teil.

 

Zum Einsatz kam auch der vor Jahren umgebaute Trabant. Den haben die Wünschendorfer bereits mehrfach in ihr Programm integriert. Tuckernd und dank der speziellen Ölmischung nicht stinkend, beförderte er Safari-Jäger in die Halle. Zum Schluss wurde es finster. Tänzer mit Lichterketten erzeugten in der Dunkelheit einzigartige Effekte, die das Publikum erneut nach einer Zugabe rufen ließen.

 

 

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Ehrenspange in Gold

Ehrung Ulrich Findeisen seit 25 Jahren im Schützenverein aktiv

 Ulrich Findeisen zieht seit 25 Jahren die Fäden im Schützenverein Wünschendorf. Ulrich Findeisen zieht seit 25 Jahren die Fäden im Schützenverein Wünschendorf.

Foto: Thomas Fritzsch

Der Schützenverein Wünschendorf blickt in diesem Jahr auf seine 25-jährige Vereinsgeschichte zurück. Untrennbar verbunden mit der Interessengemeinschaft der Schützen, die am 1. Juli 1990 wieder gegründet wurde, ist Ulrich Findeisen. Was seinerzeit unter seinem Vorsitz mit 15 Mitgliedern begann, ist auf aktuell 42 Sportschützen angewachsen. "Es ist für mich zur Lebensaufgabe geworden", sagt Ulrich Findeisen, der 2003 zum Erzgebirgischen Schützenkönig gekrönt wurde. Wer jedoch vor der politischen Wende sich im Sportschießen üben wollte, konnte dies bis 1989 nur als Mitglied der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) tun.

"1990 schlug unsere Stunde. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, konnten wir im Zuge der Auflösung der GST eine große Anzahl Kleinkalibersportwaffen von der Treuhand übernehmen", blickt der 47-jährige Wünschendorfer auf die Anfänge zurück. Ein paar Jahre später entstand in einem alten Fabrikgelände ein eigener 25-Meter-Schießstand. "Das war ein richtiger Kraftakt", erinnert sich der 47-Jährige ebenso wie an die erlittenen Rückschläge in den Jahren 2002 und 2005, als der mittlerweile zweimal unter Wasser stand.

Der mehrfache Vereinsschützenkönig kann Erfolge bei den Kreismeisterschaften vorweisen, genauso wie bei Landesmeisterschaften. "Hier habe ich es fast immer bis zum 3. Platz, einmal sogar einen 2. Platz in der Vorderladerdisziplin geschafft. "Ganz vorn wird es eng, da zählt jeder Ring", sagt Ulrich Findeisen der vor kurzem die Ehrenspange in Gold des Erzgebirgischen Schützenbundes verliehen bekam.

 

 

erschienen am 31.10.2015 (thf)

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Bild: Teichler Schützenkönig Wünschendorf 2015
Foto: Wieland Schmidt

24-Jährige schießt beim Schützenfest Vogel ab

Sissy Rudelt holt sich den Wünschendorfer Titel und ist davon völlig überrascht

Von Kristian Hahn
erschienen am 17.08.2015


Wünschendorf

Sissy Rudelt ist die neue Schützenkönigin von Wünschendorf. Genau 17.52 Uhr und damit knapp vier Stunden nach Beginn des Schießens traf der von der 24-jährigen mit der Armbrust abgefeuerte Bolzen zwar nicht den verbliebenen Rest des hölzernen Vogels, sondern nur den dahinterliegenden Mast. Die Wucht des Aufpralls reichte jedoch aus, die letzten Holzteile zu Boden fallen zu lassen.

Zum ersten Mal teilgenommen

"Ich bin völlig überrascht. Nicht nur dass ich zum ersten Mal mitgemacht habe, auch habe ich mich erst unmittelbar vor Beginn des Wettbewerbes aus reiner Gaudi angemeldet," sagt Sissy Rudelt, die eine von zwei teilnehmenden Damen beim Vogelschießens war. 21 Schützen kämpften um den Titel. Nicht zum ersten Mal war eine Frau beim seit 1993 im Rahmen des Wünschendorfer Dorffestes veranstalteten Vogelschießens erfolgreich. "Auch 1993 und zuletzt 2013 hatten wir eine Schützenkönigin", sagte Ulrich Findeisen vom Wünschendorfer Schützenverein.

Das Vogelschießen war eingebettet in das 26. Dorffest, das die Wünschendorfer an vier tollen Tagen seit Donnerstagabend feierten. "Das Fest zeigt, dass die Zusammenarbeit der Vereine und Sportgruppen, die es gemeinsam organisiert haben, im Ort funktioniert. Dass es wieder herrlich und ein voller Erfolg war, ist ein gerechter Lohn für die viele Arbeit, die im Vorfeld erledigt worden ist", schätzt Gabriele Schubert ein.

Neuauflage ist geplant

Laut Wieland Schmidt, dem Chef des Organisationsteams, wurde die Besucherzahl des Vorjahres sogar leicht übertroffen. "Es waren auf jeden Fall mehr als 1500 Leute da. Insgesamt lief alles nach Plan und auch das Wetter hat mitgespielt. Am Samstagabend zum Beispiel war das Festzelt brechend voll", erklärte er. "Die Oldtimer, und das freut uns besonders, haben am Sonntag ihr Treffen und ihre Ausfahrt noch vor dem Gewitter absolviert und sind trocken geblieben." Auch im nächsten Jahr soll wieder ein Dorffest in Wünschendorf stattfinden. Dann zum bereits 27. Mal.

 

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Initiative sieht eine letzte Chance. Ein gestiegener Eigenanteil macht für die Wünschendorfer die Einleitung ihrer Abwässer in die bestehende Kläranlage unbezahlbar. Eigeninitiative könnte Abhilfe schaffen.

Wünschendorf.

Rainer Süß ist sauer. Per E-Mail erhielt er vom Abwasserzweckverband (AZV) Olbernhau eine neue Kostenaufstellung für die zentrale Abwasseranbindung der Wünschendorfer an die Kläranlage an der Bahnhofstraße im Flöhatal. Diese war nach jahrelangem Kampf der ortsansässigen Bürgerinitiative (BI) möglich geworden, weil die Stadt Lengefeld 300.000 Euro zum Projekt beisteuert. Der Rest wird vom AZV durch ein zinsverbilligtes Darlehen beglichen. Für die Grundstücksbesitzer in dem Lengefelder Ortsteil bleiben 212.000 Euro übrig. Das ist machbar.

 

Eigenanteil verdoppelt

Doch nun ist die Messlatte erneut hochgesetzt worden. Sollte die Einleitung zur Kläranlage des AZV erst knapp 1,3 Millionen Euro kosten, geht man in Olbernhau urplötzlich von 1,55 Millionen Euro aus. Als Grund für diesen schnellen Wandel nennt AZV-Geschäftsführer Wolfgang Dobrzynski gestiegene Baukosten und Mehrausgaben für kurzfristige Auftragserteilung. Das bedeutet 20 Prozent mehr, die nun von den Wünschendorfern allein getragen werden müssen. Die Stadt kann nicht aufstocken, der Abwasserzweckverband ist "an Wirtschaftlichkeitsgrenzen gebunden".

Baukosten schon einmal Thema

"Das ist für uns nicht machbar", resigniert Rainer Süß, Sprecher der Bürgerinitiative, und erntet traurige Zustimmung bei seinen Mitstreitern. Ärger macht sich bereit. "So kann man mit uns nicht umgehen", ist sich Robby Schlesinger sicher. Denn das Thema gestiegener Baukosten war bereits Inhalt der ersten Berechnung über 1,3 Millionen Euro. Auf 13 Prozent beliefen sich damals die Mehrkosten für die Trasse. "Uns ist klar, dass Bauen immer teurer wird, doch nun noch einmal 20 Prozent aufzuschlagen, das sehen wir nicht ein", pflichtet Gerhard Richter bei. Einen Schildbürgerstreich nennt es Rainer Süß, wenn schwere Technik die Fäkalien in das Tal transportiert. "Wasser läuft noch immer alleine den Berg runter, in Wünschendorf ohne Pumpen und aufwändiger Technik." Eine Alternative gibt es für die Wünschendorfer dennoch. Für Gruppenkläranlagen, in denen die Abwässer mehrerer Grundstücke gemeinsam behandelt werden, sind seit 10. Mai Fördersätze von bis zu 70 Prozent möglich. "Mit der Gründung einer eigenen Genossenschaft wäre das für uns interessant", rechnet der BI-Sprecher vor. Denn dann blieben von den 1,55 Millionen Euro noch 480.00 Euro übrig. Steht die Stadt zu ihrem Wort, liegt der finanzielle Anteil für die neue Genossenschaft bei 180.000 Euro, nimmt er auf die Berechnung des AZV Bezug.

Genossenschaft als neuer Weg?

Auch Ingolf Wappler (CDU) kann sich für die Idee begeistern. "Was soll da schief gehen. Die Teilnahme ist freiwillig. Wer nicht mitmacht, der soll es eben sein lassen", sieht der Lengefelder Bürgermeister in der Genossenschaft einen neuen Weg. Der könnte Schule machen. "Die Stadt steht zu ihrem Wort und würde sich an dem Projekt beteiligen." Ob die Wünschendorfer ihre Abwasserentsorgung bald selbst in die Hand nehmen, bleibt abzuwarten. "Es ist eine Spirale. Je weniger mitmachen, desto höher steigen die Kosten", gibt Ulrich Findeisen zu bedenken. Deshalb will die Initiative den Einwohnern ihren Genossenschaftsgedanken darlegen.

 

erschienen am 21.09.2013 ( Von matthias degen )


Bild: Seifertvilla

Wünschendorf   Maskierter bedroht Hausbesitzer mit Pistole Tatverdächtiger noch am Abend festgenommen Mit einem seltsamen Anruf ihres Freundes begann für Elisabeth M. das Horrorszenario. "Komm bitte nicht nach Hause", drang es aufgeregt aus dem Hörer. Kurz zuvor hatten sich ihr Freund und dessen Vater in ihrem Haus an der Bahnhofstraße im Lengefelder Ortsteil Wünschendorf aus der Gewalt eines bewaffneten und maskierten Räubers befreit. Gegen 16 Uhr war der 56-jährige Hausbesitzer heim gekommen. Der Täter kam aus dem Keller gesprungen und forderte ihn mit vorgehaltener Pistole auf, sich auf den Bauch zu legen. Er fesselte die Hände seines am Boden liegenden Opfers, nahm ihm das Handy sowie die Geldbörse ab und zwang ihn, mit ihm durch das Haus zu gehen. Der Räuber hatte es auf Wertsachen abgesehen. Als die beiden gerade wieder im Keller waren, kam der Sohn des Opfers nach Hause. Er wohnt mit seiner Freundin Elisabeth M. im Erdgeschoss. "Als mein Freund in den Keller kam, hat ihm der Räuber die Pistole an den Kopf gehalten und ihn anschließend auch gefesselt", berichtet Elisabeth M. von den Erlebnissen des 24-Jährigen. Die Zeit, in der der Einbrecher mit dem jüngeren Mann beschäftigt war, nutzte der Ältere, um sich zu befreien. Laut Polizei wehrte er sich mit Füßen, es kam zu einem Gerangel. Auch der Jüngere wehrte sich und versuchte, seine gerade erst gebundenen Fesseln zu lösen. "In dem Moment hat der Tatverdächtige wohl seine Lage erkannt und die Flucht ergriffen", heißt es von der Polizei. Bei der Auseinandersetzung hatte der Mann seinen Opfern auch mit einem Elektroschocker gedroht. Er flüchtete auf seinem Fahrrad in Richtung Dammmühle. Die Opfer, die leicht verletzt wurden, riefen die Polizei. Ein Fährtenhund wurde eingesetzt. Doch er verlor in der Nähe der Aufzuchtteiche die Spur des Tatverdächtigen. Unterdessen befragten die Beamten im Haus die Opfer. Laut Polizei war dem älteren der beiden Männer so, als wäre er dem Täter schon einmal begegnet. Er schlussfolgerte daraus, dass der Mann aus der Gegend stammen musste. Zudem hätten die beiden Opfer den Täter so gut beschrieben, dass sich für die Beamten Hinweise auf einen möglichen Tatverdächtigen ergaben. Sie fuhren zur Wohnung eines 36-jährigen Mannes in der Gegend von Lengefeld. Wie die Polizei mitteilt, hatte der Mann auf die Beamten offensichtlich schon gewartet und habe auch gestanden. Gegen 20.25 Uhr am Mittwochabend wurde er festgenommen. Das Diebesgut - das Telefon und das Portmonee - sowie die Waffe und den Elektroschocker hatte der Räuber während seiner Flucht weggeworfen beziehungsweise versteckt. Er führte die Beamten noch am gleichen Abend zu den Verstecken. Zu diesem Zeitpunkt war Elisabeth M. wieder zuhause. In das Haus hinein durfte sie jedoch nicht, die Spurensicherung war noch im Einsatz. "Ich kann noch gar nicht fassen, was passiert ist", sagte die Wünschendorferin am Donnerstag. "Normalerweise holt mein Freund unsere Tochter aus dem Kindergarten und kommt danach mit ihr nach Hause. Am Donnerstag hat sie glücklicherweise die Oma abgeholt", sagte sie. "Nicht auszudenken, wenn sie mit hineingezogen worden wäre." Das Haus jagt ihr immer noch kalte Schauer über den Rücken. "Ich will nicht hier wohnen bleiben. Der Täter war in jedem Zimmer. Wer weiß, was der alles angefasst hat." Unfassbar ist das Geschehen auch für die Nachbarn. "Der junge Mann kam auf uns zu gerannt", erzählt ein Mann, der über 70 Jahre alt ist. "Er war völlig aufgeregt. Das Klebeband zeugte noch von den Fesseln." Elisabeth M. beruhigt nur eines: "Der Räuber ist gefasst. Nun müssen wir uns alle von dem Schock erholen." Ihr Freund ist am Donnerstag noch mal von der Polizei befragt worden. Sein Vater ging schon wieder zur Arbeit. Gegen den 36-jährigen Festgenommenen wird wegen schweren Raubes ermittelt. Die Polizei geht davon aus, dass er seinen Opfern nicht aufgelauert hat, sondern beim Einbruch überrascht wurde. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen. erschienen am 22.03.2012 (Von Jan Görner (mit kan))


Wünschendorf   Aufgrund eines technischen Defekts ist am Sonntag ein Flugzeug auf einem Feld zwischen Stolzenhain und Wünschendorf (Erzgebirgskreis) notgelandet. Anwohner hatten zuvor die tief fliegende Maschine bemerkt und waren nach der unsanften Landung sofort zum Unglücksort geeilt. Weder der Pilot noch seine Begleiterin wurden verletzt. Wie sich heraus stellte, hatte das Flugzeug Kraftstoff verloren. Anwohner Steffen Siegert war der erste vor Ort. "Mir kam eine sehr aufgeregte Frau entgegen, die erklärte, dass sie von Dortmund/Düsseldorf nach Polen unterwegs waren und hier notlanden mussten", erzählte der 55-Jährige. Ein Ehepaar habe die Buchpiloten dann zum nächsten Bahnhof gefahren, damit sie ihre Reise fortsetzen konnten. Die Maschine wollten die beiden laut Siegert in den nächsten Tagen abholen. Der Besitzer des Feldes, Dieter-Martin Richter, zeigte sich darüber nicht erfreut. "Ich weiß überhaupt nicht, wer der Pilot ist und wie ich ihn erreichen kann. Eigentlich hätte es sich gehört, dass er sich mit mir in Verbindung setzt", so der 70-Jährige. Er sei jedoch froh, dass den beiden nichts passiert ist. Die Polizei hat indes die Ermittlungen aufgenommen. (fp) erschienen am 29.08.2011


Stolzenhain. Dass er mal ein Supermodel in seinem Wohnzimmer begrüßen würde, hat Bruno Siebert aus Wünschendorf bestimmt niemals zu träumen gewagt. Am Sonntag geschah jedoch das vermeintlich Unmögliche: Vera Gräfin von Lehndorff, Jahrgang 1939, besuchte den 86-jährigen in seinem Haus im Lengefelder Ortsteil Stolzenhain.

Bruno Siebert wuchs im ostpreußischen Steinort auf. Seine Eltern waren auf dem Hof der Familie von Lehndorff in Stellung. Auch er arbeitete dort. Die Zucht von rassigen Trakehnern, wurde auf dem Hof betrieben. Vera von Lehndorff ist eine von vier Töchtern des Grafen. Bruno Siebert sah sie und ihre Schwestern auf dem Gut täglich. Vor fast 70 Jahren verloren sich alle durch Krieg und Flucht aus den Augen.

"Bruno erzählt oft von seiner Zeit in Ostpreußen. Deshalb haben wir ihm voriges Jahr zum Geburtstag kurzerhand eine Reise dorthin geschenkt", sagte Carola Richter, eine Freundin der Familie. "Danach begann ich im Internet nach Vera von Lehndorff zu suchen. Schließlich fand ich ihre E-Mail-Adresse und schrieb." Die Antwort kam am nächsten Tag. "Ich war voller Freude", so Vera von Lehndorff. "Bruno Siebert ist vermutlich der letzte Lebende, der meinen Vater persönlich kannte und von ihm berichten kann. Ich war erst fünf, als er starb."

Im vergangenen Sommer meldete sie sich beim verdutzten Bruno Siebert. "Das war aufregend, schließlich ruft nicht jeden Tag eine Gräfin bei mir an", so der Stolzenhainer. In einem Lengefelder Gasthof schwelgten Bruno Siebert und die Gräfin am Samstagabend in ihren Erinnerungen an das Leben auf dem von Lehndorff'schen Hof. Beide wollen sich erneut treffen. "Die Idee von einem Besuch nächstes Jahr in Steinort werden wir wohl verwirklichen", so Vera von Lehndorff. "Der Besuch im Erzgebirge war etwas ganz Besonderes und Wichtiges für mich, nicht nur wegen Bruno. Ehrlich gesagt, ich wusste vom Erzgebirge nicht viel und war auch noch nie hier. Die Volkskunst habe ich wahrgenommen. Von den Menschen, denen ich begegnet bin, wurde ich herzlich aufgenommen. Obwohl zu dieser Jahreszeit vieles grau in grau ist, finde ich die Gegend wunderschön."

Auch Bruno Siebert freut sich auf ein Wiedersehen. "Eine so bodenständige Frau hatte ich nicht erwartet", sagte er.

 
erschienen am 25.11.2012 ( Von Kristian Hahn )